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Heidelbergensia

Lucia Felici

Olympia Fulvia Morata
Ein Leben zwischen Renaissance und Reformation

Übersetzung aus dem Italienischen von Katja Fels und Ute Palladi

2026, Klappenbroschur, 121 S., 18,00 €, ISBN 978-3-86809-207-3

 

Olympia Fulvia Morata, geboren 1526 in Ferrara ist eine Ausnahmeerscheinung in der angehenden Neuzeit. Durch den Vater in griechischer und lateinischer Sprache ausgebildet, kommt sie an den Hof in Ferrara, wo sie als »Wunder ihres Jahrhunderts« gefeiert wird. Geprägt durch die calvinistische Herzogin Renata von Ferrara und deren `Mädchenschule' vertritt sie die Idee der Reformation und wird zur glühenden Anhängerin der evangelischen Religion. Später wird ihr die Gunst der herzoglichen Familie entzogen. Sie heiratet den deutschen Lutheraner und Arzt Andreas Grundler, der am Hof in Ferrara seine Studien vertieft hat. Um ihre Religion weiter frei ausüben zu können, folgt sie ihm mit ihrem kleinen Bruder Emilio in seine Heimatstadt Schweinfurt und setzt ihre literarische Tätigkeit fort. Bald wird sie zu einem Leitbild für europäische, vor allem italienische und deutsche Humanisten und Reformatoren. Als erste Frau überhaupt wird ihr ein Lehrstuhl für Griechisch an der Universität Heidelberg angeboten, wohin sie sich vor den religiösen Konflikten in Schweinfurt retten konnte. Von den Entbehrungen der Flucht geschwächt, stirbt sie bereits im Alter von 29 Jahren in Heidelberg.

Die von Celio Secondo Curione herausgegebenen Briefe und Werke lassen uns in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eindringen. Gezeichnet wird das Bild einer Frau mit freiem Geist und festen Glaubensgrundsätzen. In Moratas Schriften wird eine Epoche lebendig, die von religiösen, kulturellen und politischen Konflikten geprägt ist.